5-Minuten-Konzentrationsübungen für Kinder: Spielerisch fokussierter
Hausaufgaben, Lesen oder Lernen beginnen – und irgendwie ist der Kopf noch ganz woanders?
Das kennen wir aus unserem Familienalltag nur zu gut. Gerade nach einem langen Schultag fällt es Kindern oft schwer, direkt von „Pause“ auf „Konzentration“ umzuschalten.
Dafür braucht es nicht immer mehr Druck oder lange Lernzeiten. Manchmal reichen 5 Minuten Bewegung, um kurz anzukommen, den Körper zu aktivieren und anschließend ruhiger in die Lernzeit zu starten.
Wir zeigen dir fünf einfache Übungen, die ihr gemeinsam zu Hause ausprobieren könnt – ohne Geräte und ohne großen Aufwand.
5 Minuten. Ein bisschen Bewegung. Und dann kann die Lernzeit beginnen.
Warum Bewegung vor dem Lernen helfen kann
Nach einem langen Schultag ist der Kopf nicht automatisch bereit für die nächste Aufgabe. Kinder brauchen oft einen kurzen Übergang zwischen Alltag und Lernzeit.
Eine kleine Bewegungsübung kann dabei helfen, diesen Übergang bewusst zu gestalten. Statt sofort am Schreibtisch zu sitzen, kommt erst einmal der Körper in Bewegung.
Dabei geht es nicht um Leistung und auch nicht darum, möglichst viel Energie loszuwerden. Die Übungen sollen kurz, spielerisch und ohne Druck sein.
Unser Ziel: Gemeinsam für ein paar Minuten bewegen, kurz durchatmen – und anschließend entspannter mit den Hausaufgaben oder dem Lesen starten.
Unser 5-Minuten-Ritual

Ihr braucht dafür:
- keinen besonderen Platz
- keine Sportgeräte
- keine Vorbereitung
- nur etwa 5 Minuten
Am besten macht ihr die Übungen gemeinsam. Wenn ein Kind eine Übung nicht mag, wird sie einfach ausgelassen. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern darum, gemeinsam einen guten Start in die Lernzeit zu finden.
5 einfache Übungen für mehr Konzentration
1. Einbeiniger Balance-Stand
Stellt euch auf ein Bein und versucht, das Gleichgewicht zu halten. Die Arme können seitlich ausgestreckt oder vor der Brust verschränkt werden.
Dauer: 20–30 Sekunden pro Seite.
Für jüngere Kinder darf es natürlich wackeln. Wer den Boden berührt, stellt den Fuß einfach wieder auf und probiert es erneut.
Kleine Challenge: Schafft ihr es, gemeinsam bis 20 zu zählen, ohne den Fuß abzusetzen?
2. Über-Kreuz-Bewegung
Im Stehen führt die rechte Hand zum linken Knie. Danach die linke Hand zum rechten Knie.
Beginnt langsam und findet einen gleichmäßigen Rhythmus. Wenn es gut klappt, könnt ihr das Tempo leicht steigern.
Dauer: 30–60 Sekunden.
Die Übung verbindet Bewegung und Koordination und eignet sich gut als kurzer Übergang vor der Lernzeit.
3. Klatschen mit Rhythmus
Eine Person macht einen einfachen Rhythmus vor und die anderen klatschen ihn nach.
Zum Beispiel:
Klatsch – Klatsch – Pause – Klatsch.
Wenn das klappt, wird der Rhythmus etwas verändert.
Dauer: etwa 1 Minute.
Noch schöner wird es, wenn die Kinder anschließend selbst einen Rhythmus erfinden und Mama oder Papa ihn nachmachen müssen.
4. Kreuz & Balance
Hebt das rechte Knie und führt die linke Hand langsam zum Knie. Danach wechselt ihr die Seite.
Versucht, die Bewegung bewusst und kontrolliert auszuführen, statt möglichst schnell zu werden.
Dauer: 30–60 Sekunden.
Gerade für Kinder kann es spannend sein, die Übung zunächst langsam und anschließend etwas schneller auszuprobieren.
5. Ruhig werden & ankommen
Zum Abschluss stellt oder setzt ihr euch bequem hin.
Lasst die Schultern locker, atmet einmal tief durch die Nase ein und langsam wieder aus.
Wiederholt das 3–5 Mal.
Danach kommt die wichtigste Frage:
„Bist du bereit für deine Lernzeit?“
Wenn die Antwort noch „Nein“ lautet, ist das völlig in Ordnung. Vielleicht braucht es noch eine kurze Pause, etwas zu trinken oder einen kleinen Snack.

Welche Übungen passen zu welchem Alter?
Nicht jedes Kind braucht dieselbe Herausforderung. Deshalb darf die 5-Minuten-Routine je nach Alter angepasst werden.
4–6 Jahre
Hier steht der Spaß im Vordergrund.
Balance halten, Bewegungen nachmachen oder einen einfachen Rhythmus klatschen reicht völlig aus. Lieber kurz und spielerisch als zu lange üben.
Unser Tipp: Lass dein Kind selbst entscheiden, welche Übung heute den Anfang macht.
7–9 Jahre
Jetzt können die Übungen etwas anspruchsvoller werden.
Zum Beispiel eine Balance-Challenge, bei der ihr gemeinsam zählt, oder eine Über-Kreuz-Bewegung, bei der das Tempo langsam gesteigert wird.
Unser Tipp: Macht daraus eine kleine Familien-Challenge – aber ohne Gewinner und Verlierer.
Ab 10 Jahren
Ältere Kinder können die Bewegungen bewusster und kontrollierter ausführen.
Ihr könnt beispielsweise einen eigenen Rhythmus entwickeln oder zwei Übungen miteinander kombinieren.
Unser Tipp: Das Kind darf selbst eine 5-Minuten-Routine zusammenstellen. So wird aus der Übung eine eigene Lernroutine.
Kein Leistungsdruck
Die Übungen sollen keine zusätzliche Aufgabe sein.
Wenn ein Kind gerade müde, hungrig oder genervt ist, darf auch einfach eine kurze Pause folgen.
Konzentration lässt sich nicht erzwingen.
Manchmal ist die beste Vorbereitung auf Hausaufgaben deshalb ein Glas Wasser, ein kleiner Snack, ein bisschen Bewegung – und fünf Minuten Zeit zum Ankommen.
Es geht nicht darum, jede Übung perfekt zu machen. Wackeln, lachen, abbrechen und später noch einmal probieren gehört dazu.
Denn gerade beim Lernen darf gelten: Nicht perfekt. Aber gemeinsam.
Unser Familien-Tipp
Wir machen die Übungen möglichst gemeinsam.
Denn wenn Mama oder Papa mitmachen, fühlt es sich für Kinder weniger nach „Du musst jetzt lernen“ und mehr nach einem kleinen gemeinsamen Ritual an.
Vielleicht wird daraus sogar ein fester Bestandteil eures Nachmittags:
Schuhe aus. Wasser holen. 5 Minuten bewegen. Dann gemeinsam an den Schreibtisch.
Nicht jeder Tag läuft gleich. Manchmal klappt die Routine wunderbar, manchmal überhaupt nicht. Auch das gehört zum Familienalltag.
Genau darum geht es bei Milyez:
Familienalltag muss nicht perfekt sein – nur leichter.
5 Minuten, die den Start leichter machen
Eine kurze Bewegungspause ersetzt keine Lernzeit – und sie muss auch nicht jeden Tag perfekt funktionieren.
Aber sie kann ein schöner Übergang sein: raus aus dem Schulalltag, kurz bewegen, gemeinsam lachen und anschließend bewusst am Schreibtisch ankommen.
Probiert aus, welche Übungen eurem Kind guttun. Vielleicht ist es die Balanceübung, vielleicht die Über-Kreuz-Bewegung oder einfach ein gemeinsamer Moment zum Durchatmen.
Und wenn heute nur eine Übung funktioniert, ist das genauso in Ordnung.
5 Minuten Bewegung. Ein Glas Wasser. Ein tiefer Atemzug. Und dann: Los geht’s.
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